Manche Reisen beginnen mit einem grossen Plan, diese begann mit einem ruhigen Vorsatz. Wir wollten zum ersten Mal mit dem Wohnmobil durch Europa fahren, entspannt, gut vorbereitet und ohne Druck. Von der Schweiz über die Route Napoléon an die Côte d'Azur und über die Seen wieder zurück. Hier erzählen wir, wie diese fünfzehn Tage wirklich waren.
Wie es dazu kam
Den Anstoss gab eine Reise, die schon zwei Jahre zurücklag. 2015 waren wir mit dem Wohnmobil im Westen der USA unterwegs, und diese Reise hatte uns gepackt. Das Gefühl, das Zuhause dabeizuhaben und trotzdem jeden Tag woanders aufzuwachen, lässt einen nicht mehr los. Was in den USA noch ein Test war, sollte 2017 zur ersten eigenen Wohnmobilreise in Europa werden.
Geplant haben wir bewusst ruhig. Unterwegs waren wir als zwei befreundete Paare in zwei Wohnmobilen, eines davon mit einem Kind, das gerade erst auf die Welt gekommen war. Das hat die Richtung vorgegeben. Keine grossen Risiken, keine Rekordetappen, sondern eine entspannte Route in den Süden Frankreichs, mit genügend Tagen zum Ankommen.
Für das Fahrzeug hatte ich vorher recherchiert. Die Wahl fiel auf ein Wohnmobil von Roller Team, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis am besten passte. Aufgebaut auf einem Fiat Ducato, mit einem Queensize-Bett quer in der Mitte. Das Fahrverhalten war genau das, was man vom Ducato kennt, ruhig, berechenbar und auch auf engeren Bergstrassen angenehm zu fahren. Für eine erste Europareise war das die richtige Basis.
Über die Route Napoléon in den Süden
Geholt haben wir das Fahrzeug bei Camping Car Service in Treycovagnes bei Yverdon-les-Bains. Nach dem Verstauen und den ersten Kilometern zur Eingewöhnung ging es Richtung Grenze und über das Massif des Bauges nach Süden. Über La Mure erreichten wir die Route Napoléon, die historische Strecke der N85, die Napoleon 1815 von der Küste her nach Grenoble nahm. Wir fuhren sie umgekehrt, von den Alpen hinunter ans Meer.

Die erste grössere Etappe endete auf einem Campingplatz oberhalb von Gap, dem Camping Alpes Dauphiné. Das war einer der schönsten Momente der ganzen Reise. Ein klarer Abend in den Bergen, ein Sternenhimmel, wie man ihn in der Stadt nicht mehr sieht, und das ruhige Gefühl, dass die Reise jetzt wirklich begonnen hat. Am nächsten Morgen lag noch die letzte Bergetappe vor uns, bevor sich die Landschaft änderte.

Ankunft am Mittelmeer
Von Gap aus folgte der schönste Wechsel der Reise. Von der Höhenluft der Alpen hinunter an die Côte d'Azur, zum Camping Yelloh Village La Plage du Dramont bei Saint-Raphaël, direkt am Wasser. Pinien, Salz in der Luft und das Meer vor der Tür. Hier blieben wir mehrere Tage, mit Strand, Spaziergängen und genau der Ruhe, für die eine solche Reise gemacht wird. Mit einem Neugeborenen in der Gruppe war dieser feste Standort mit Meeresblick ideal.
Grimaud, Saint-Tropez und die Yachten
Weiter entlang der Küste wurde der Camping de la Plage Grimaud für einige Tage unsere Basis. Von hier setzten wir mit dem Boot in die Bucht von Saint-Tropez über, spazierten durch den alten Hafen und beobachteten die Yachten, die hier dicht an dicht liegen. Diese Häfen entlang der Côte d'Azur sind ein eigenes Schauspiel, allein das Schauen lohnt sich. An ruhigeren Tagen blieb es bei einem Abend im Ort und Zeit am Platz, ohne Programm. Das Titelbild oben zeigt Port Grimaud früh am Morgen, bevor der Tag beginnt.
Nicht der weiteste Weg zählt, sondern der ruhigste. Mit einem kleinen Kind an Bord war genau das die richtige Entscheidung.
Durch die Provence nach Avignon
Nach den Tagen bei Grimaud führte die Route weiter westwärts, über Hyères und die Halbinsel Giens, mit Blick auf die weite Küste Richtung Marseille und La Ciotat. Ein Höhepunkt auf dem Rückweg war Avignon. Vom Camping du Pont d'Avignon aus erkundeten wir die Stadt zu Fuss, den Papstpalast, die berühmte Brücke Pont Saint-Bénézet über die Rhône und die Gassen der Altstadt. Eine Stadt, die man gut ohne Auto erleben kann, was mit dem Wohnmobil als Basis am Stadtrand bestens funktioniert.


Über die Seen zurück
Von Avignon ging es zurück Richtung Alpen, zum Camping Le Pêcheur in Aix-les-Bains am Lac du Bourget, dem grössten natürlichen See Frankreichs. Nach den warmen Küstentagen ein ruhiger, frischer Ausklang, mit Zeit am Wasser und in der Stadt. Die letzte Etappe brachte uns von Aix-les-Bains am Genfersee entlang zurück in die Schweiz. Ein letztes Mal Wasser und Berge, dann die Rückgabe des Fahrzeugs und das Ende einer Reise, die in zwei Wochen von den Alpen ans Meer und wieder zurück geführt hat.
Was wir aus dieser Reise mitgenommen haben
- Im September spontan reisen. Wir hatten nie ein Problem mit Stellplätzen. Oft bekamen wir sogar zwei Plätze nebeneinander für unsere beiden Fahrzeuge, einfach indem wir hingefahren sind und gefragt haben, ohne Reservierung.
- Ein vernünftiges Einsteigerfahrzeug. Das gemietete Wohnmobil von Roller Team auf Ducato-Basis war solide zu fahren, mit klarem Grundriss und ohne Überraschungen. Genau richtig, bevor man weiss, was einem auf Dauer wichtig ist.
- Ruhig planen lohnt sich. Mit einem Neugeborenen in der Gruppe haben wir bewusst auf grosse Distanzen verzichtet und feste Standorte mit kurzen Wegen gewählt. Diese Gelassenheit hat die Reise erst so schön gemacht.
- Feste Basis statt täglichem Wechsel. Mehrere Tage am selben Platz mit Tagesausflügen drumherum bedeutet weniger Auf- und Abbau und mehr echtes Ankommen.
Genau hier setzt VANAV Ready an. Wer gut vorbereitet unterwegs ist, reist entspannter. Das beginnt bei der passenden Route und dem richtigen Fahrzeug und reicht bis zur sinnvollen Ausrüstung für Strom, Wasser und Sicherheit, gerade wenn Kinder mitkommen. Vorbereitung nimmt nichts vom Abenteuer, sie macht es möglich.